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Prof. Dr. Heijo Klein (Erster Vorsitzender): Rückblick zum 50. Geburtstag des Museumsdienstes

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Heijo Klein beim Festakt 2015 (Foto: Museumsdienst Köln)

Die Museumspädagogische Gesellschaft ist der Förderverein des Museumsdienstes und somit einer der Kölner Museumsvereine. Als Vorsitzender eines Fördervereins begleitet man eine Einrichtung manchmal ein Leben lang – ich durfte bereits Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre unter dem unvergessenen Generaldirektor Günter Ott im damaligen Außenreferat arbeiten. Günter Ott hatte die museumspädagogische Abteilung der Kölner Museen ins Leben gerufen. Die Museumspädagogische Gesellschaft wurde unter seinem Nachfolger, Jürgen Rohmeder, gegründet. Er hatte das vielbeachtete Dürer-Studio in Nürnberg geschaffen, zusammen mit Joyce Ann Scheuch, der Gemahlin des bekannten Kölner Soziologen. Sie brachte die Idee eines museumspädagogischen Fördervereins aus ihrer Heimat in den USA mit. Ich durfte 1996 ihr Nachfolger werden.

Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre vieles in Köln nicht möglich. Das gilt für auch für Angebote und Projekte für das Publikum. Als Museumspädagogische Gesellschaft, die etwa 400 Mitglieder zählt, haben wir Spenden aufgebracht und vor allem Spenden gesammelt, um Dinge zu initiieren und zu bewegen, für die sonst kein Geld da wäre. Dabei verfügen wir selbst pro Jahr über lediglich 8.000 bis 9.000 Euro, aber wir sind nicht schlecht im Fundraising. Und so konnten wir in den letzten sieben Jahren fast 400.000 Euro in Bildungsprojekte und -programme investieren. Diese Investitionen tätigen wir mit und für den Museumsdienst. Natürlich kommen diese Gelder nicht automatisch, sondern sie sind den Aktivitäten der Direktoren des Museumsdienstes als Vorstandsmitglied der Museumspädagogischen Gesellschaft zu verdanken: Prof. Dr. Peter Noelke, der dies initiierte und in intensiven persönlichen Gesprächen mit potentiellen Spendern beachtliche Zuwendungen erreichte, und Dr. Matthias Hamann, der mit besonderem Engagement diese Aktivitäten weiter führt und mit übergreifenden aktuellen Bildungsprogrammen verbindet.

Die Dinge ändern sich im Laufe der Jahre, wie ich an einigen Beispielen erläutern möchte. Im Grunde kommen wir aus der Förderung der Infrastruktur. Der Museumsdienst hatte immer zu wenig Geld, und so haben wir in den 1970er und 1980er Jahren den Aufbau von Werkräumen unterstützt, damit eine dauerhafte Entwicklung von kreativen Angeboten überhaupt möglich wurde. Wenn Sie heute im Römisch-Germanischen Museum eine Gruppe von Jugendlichen in Römischen Gewändern sehen, die die Haltung eines Togatus nachahmen, so deshalb, weil wir die Herstellung der Kleider finanziert haben. Gleiches gilt für Kostüme im Wallraf oder im Stadtmuseum. Ich erinnere auch an die spätmittelalterlichen Kostüme um Stefan Lochner, an das Indianerprojekt im RJM oder an „Zu Tisch“ im Museum für Angewandte Kunst. Wir haben im Aufbau von didaktischen Sammlungen eine wunderbare Möglichkeit gesehen, Museum im wörtlichen Sinne „begreifbar“ zu machen. Diese Sammlungen, die der Museumsdienst nutzt, gehörten zu den ersten in Deutschland. Noch heute geben sie Impulse für den Start von Kindern in die Museumswelt.

Ein zweiter Förderschwerpunkt waren Hefte und Materialien, die Schüler und Lehrer nutzen konnten. Viele wurden immer wieder neu aufgelegt und geben Leitlinien dafür, wie man Museum und Schule verbinden kann. Ich erinnere nur an das Internationale Colloquium „Zwischen Malkurs und interaktivem Computerprogramm“. Der rasche Medienwandel wird zeigen, wie sinnvoll es ist, diese Materialien auch in Zukunft noch zu drucken oder nicht besser online zur Verfügung zu stellen. Parallel haben wir daher in den letzten Jahren immer wieder in Pilotprojekte investiert, die den Social Media-Bereich zur Vermittlung nutzten.

Wenn wir bestimmte Veranstaltungsreihen unterstützen, dann immer in der Hoffnung, sie zum Selbstläufer werden zu lassen. Jeden Samstag können Kinder in den Museen einen Kurs machen. Gegen Gebühr. Ärgerlich ist es, wenn man absagen muss, weil sich zu wenige anmelden, Kinder und Eltern sind dann enttäuscht. Daher haben wir eine Durchführungsgarantie gegeben und die Finanzlücken gedeckt. Seit einigen Jahren laufen die Programme, nun und sind sie fast immer ausgebucht.

Von diesen Standards der Vermittlungsarbeit haben wir uns jedoch in den letzten Jahren immer wieder weg bewegt und sind zusammen mit dem Museumsdienst auf die Suche nach neuen pädagogischen ‚Welten’ gegangen, die es für die Vermittlungsarbeit zu erschließen gilt. Wir sind ein Förderverein und vertrauen daher in den Instinkt des Museumsdienstes. Wir wurden nicht enttäuscht. Bei unserer Unterstützung sind wir aber nicht allein, und bevor ich zum Abschluss über mehrere Dinge spreche, die uns im Vorstand sehr bewegt haben, darf ich den Partnern danken, die sich auf unsere Anträge und Bitten hin ebenfalls für die Vermittlung und damit für das Publikum engagieren. Die Rheinenergie Stiftung Kultur ist ein sehr verlässlicher Partner, ebenso die Börner Stiftung. Die Kulturstiftung Köln der Kreissparkasse Köln hat ein bundesweit einmaliges Projekt ermöglicht, das wir mit begleiten. Ford und Toyota, Sparkasse Köln Bonn, Kreissparkasse Köln und Kölner Bank, die Altenhilfe der Kölnischen Rundschau und die Bezirksregierung haben immer wieder die Ideen des Museumsdienstes unterstützt und unseren Antrag „erhört“. Was waren nun die Inhalte dieser Allianzen?

Der gesellschaftliche Wandel betrifft auch die Museen, in ganz vielen Facetten. Nehmen wir den Aspekt des Älterwerdens. Er bringt einen steigenden Anteil von dementiell veränderten Menschen mit sich. Zusammen mit der Altenhilfe tun wir etwas gegen die soziale Ausgrenzung und fördern ein Projekt des Museumsdienstes, das Gruppen von Demenzpatienten in vier unserer Kölner Museen bringt. Wenn Sie einmal Zeuge waren, wie ein Bild von Max Liebermann oder eine Ansicht des Doms die Erinnerung zurückbringt, werden Sie das nie mehr vergessen.

Die RheinEnergie Stiftung hat uns bei dem ungewöhnlichen Projekt „Madonna“ unterstützt. Eine Gruppe junger Frauen ohne jegliche Museumserfahrung, aus sozial prekären Verhältnissen und mit Heimerfahrung, wurde vom Museumsdienst an die Museen herangeführt. Am Beispiel von Pop Art, Barockmalerei und mittelalterlichen Heiligen reflektierten sie Frauenbilder und ihre eigene Rolle, ihre Stärken und Schwächen. Am Ende stand eine Fotoausstellung mit Portraits, mitten im Museum Schnütgen. Für manche Museumsbesucher sicherlich eine Provokation, aber auch ein mutiges Statement.

Um dem gesellschaftlichen Auseinanderdriften entgegen zu wirken und bereits frühzeitig die Museen als Orte der Kommunikation und der eigenen Lebenswelt zu implementieren, konnten wir die Salomon Oppenheim-Stiftung für zwei Vorhaben gewinnen. Drei Jahre lang können nun Kindergärten aus dem sozialen Brennpunkt kostenlos ein Programm in den Museen erleben. Das sind 150 Gruppen pro Jahr, die sonst vielleicht niemals der Pop Art oder dem Mittelalter, den Römern oder der Kunst Ostasiens gegenübergestanden hätten. Und Einrichtungen des Offenen Ganztags erleben in intensiven dreitägigen Projekten nun ebenfalls Aspekte des Kulturellen Erbes.

Das letzte Projekt, das ich erwähnen möchte, ist der „museumsbus koeln“. Nachdem schon früher ein Bus – aber nur in das Wallraf – fuhr, konnte der Museumsdienst nun die Kreissparkasse Köln respektive ihre Kulturstiftung davon überzeugen, dass alle Museen einen Besuch wert sind. Als Museumspädagogische Gesellschaft sorgen wir dafür, dass die vier von der Kreissparkasse unterstützten Museen, um den Reigen der anderen Häuser erweitert werden. Bis zum Sommer 2017 werden durch die vom Regionalverkehr Köln gesponserten Fahrten 10.000 Schülerinnen und Schüler aus der Region nach Köln kommen.

Die Museumspädagogische Gesellschaft freut sich, bei den Projekten des Museumsdienstes mithelfen zu können.

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