Wie klingen Bilder?

Wie klingen Bilder? Dieser Frage ging eine Gruppe von Lehrer*innen im Museum Ludwig nach. Peter Wolf, seines Zeichens Klangkünstler, versammelte zu Beginn der Fortbildung alle Teilnehmer*innen um einen großen Tisch im Pop Lab des Museums. Darauf befand sich eine große Anzahl von außergewöhnlichen Instrumenten, aus verschiedenen Ländern zusammengetragen. Sie heißen z.B. Gopichant, Okarina oder Waldteufel. Daneben gab es auch Alltagsmaterialien, mit denen man Geräusche erzeugen kann, wie raschelndes Papier oder bekannte Musikinstrumente wie Triangel oder Trommel.

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In dem Klangkoffer beherbergt Peter Wolf jede Menge aufregende Musikinstrumente, Foto: Museumsdienst Köln

Nach einer kurzen Vorstellung des Programms erhielten alle ein Blatt und einen Bleistift. Verschiedene Klänge, die Peter Wolf u.a. auf unterschiedlichen Instrumenten spielte, wurden nun intuitiv mit dem Bleistift auf dem Blatt umgesetzt. Dabei wurden manche Klangfolgen zackig, andere wellig und andere als Punkte auf den Blättern notiert. Beim Vergleich der Blätter konnte man deutlich Ähnlichkeiten in der Darstellung der verschiedenen Klänge erkennen.

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Klänge mit Bleistift festgehalten, Foto: Museumsdienst Köln

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer suchte sich nun ein Instrument aus, mit dem es ins Museum ging. Zuerst sah sich die Gruppe das einfarbige, tiefblaue Werk von Yves Klein an. Angelika von Tomaszewski fragte die Gruppe nach der Wirkung des Bildes auf sie und ihren Assoziationen. Eindrücke wie „nichts, Meer, Energie, Himmel, Blödsinn, verrückt“ wurden unter anderen Einfällen geäußert. Die Äußerungen, die bereits viel von der Intention des französischen Künstlers innehatten, zeigen, dass Kunstwerke zum Großteil auch Projektionsflächen unserer eigenen Gedanken, Gefühle und Ideen sind. Klein selbst führte Performances durch, bei dem ein ganzes Orchester 20 Minuten lang nur einen Ton spielte und dann in Stille verharrte, die „Monotone Symphonie – Stille“, wie er es bezeichnete. Der Künstler selbst wurde als „Yves – le Monochrome“ bekannt, passend zu seinen einfarbigen Gemälden. Christine Wolf, Lehrerin der Museumsschule zeigte anschaulich verschiedene Wege der Bildanalyse auf. Die Gruppe vertonte nun selbst mit den gewählten Instrumenten das ultramarinblaue Gemälde, dirigiert von Peter Wolf. Jede und Jeder arbeitete dabei mit seinem Instrument und lernte dessen unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten kennen.

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ungewöhnliche Musikinstrumente erzeugen ungewöhnliche Klänge, Foto: Museumsdienst Köln

Danach wurde bei dem Bild „Zeichen auf weißen Ovalen“ von Antoni Tapiès und „Blauflut“ von Ernst Wilhelm Nay ähnlich verfahren. Christine Wolf und Angelika von Tomaszewski erläuterten hier die Besonderheiten der Arbeiten. Es war erstaunlich, wie verschieden die Bilder in Klänge umgesetzt wurden: Die raue, an bröckelnden Putz erinnernde Oberfläche bei Tapiès klang ganz anders als die farbkräftigen Farbscheiben auf Nays Werk.

Klar geworden ist: Jedes Bild hat seinen eigenen Klang, dabei scheint es eine Tendenz zu geben, dass helle Farben auch heller klingen und dunkle Farben tiefer. Wie in der Malerei kann man das Gefühl von glatt oder rau mit Klängen erwecken, kleine Flächen klingen anders als große. Es macht Spaß, die verschiedenen Klänge eines Kunstwerks zu entdecken und sie wie ein Orchesterstück zu kombinieren. Andersherum beeinflussen auch verschiedene Klänge die Wahrnehmung eines Bildes, die Wechselwirkung zwischen Klang und Bild ist stark.

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Peter Wolf dirigiert die Gruppe, Foto: Museumsdienst Köln

Wer dies selbst einmal erfahren möchte, meldet sich beim Museumsdienst Köln und bucht einen Workshop für Schüler*innen oder nimmt selbst an einem Workshop für Erwachsene teil.

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