oder Gedenke des Todes

Das Bild der 44. Kalenderwoche, die Photographie einer Holzskulptur, welche im 18. Jahrhundert von einem unbekannten Künstler geschnitzt wurde, versinnbildlicht den Tod und fordert dazu auf, den Gedanken daran nicht gänzlich zu verdrängen. Im Mittelalter war der Tod omnipräsent, nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Kriege und Epidemien, die das Leben prägten. Im Text zum Bild der Woche heißt es weiter:

Nach der ersten Episode des „Schwarzen Todes“, der Pest, im 14. Jahrhundert spürten die Überlebenden das Bedürfnis, den abstrakten Begriff des Todes greifbar und sichtbar zu machen. So entstand eine neue Ikonografie, in der der Tod als Sieger dargestellt wurde. Zugleich wurde er als ambivalentes Symbol betrachtet, da er einerseits das Leben beendete, andererseits Auferstehung und Wiedergeburt ermöglichte. ….die Holzskulptur, die trotz ihres kleinen Formats einen starken Eindruck macht, ist ein herausragendes Beispiel einer Todesallegorie, die den Menschen das Konzept des Memento mori vor Augen bringen sollte.

 Sensemann / Tödlein / Der Tod, Holz / Weichholz, Niederlande / Süddeutschland / Österreich, 1686/1700 / um 1700 / 1701/1800 (Köln, Museum Schnütgen, A 995.  (Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c007124)

Zum Bild der Woche geht es hier

Heute beschäftigt man sich meist nur aus  gegebenen Anlass mit dem Tod. Das Thema wird eher tabuisiert und doch, ob wir wollen oder nicht, wir können dem Thema nicht entgehen. Ich möchte Sie daher gern einladen, sich anlässlich des Bild der Woche  dem Thema zu nähern und sich mit dem Bild ein wenig zu befassen.

Bitte sehen Sie sich das Bild intensiv an, nehmen Sie sich dafür ungefähr 5 Minuten Zeit. Am Einfachsten ist es, Sie stellen sich einen Timer (Mobiltelefon, Wecker) auf exakt 5 Minuten. Bereit? Schreiben Sie dann im Anschluss Ihre spontanen Gedanken, Assoziationen und Erinnerungen untereinander auf ein Blatt Papier.

Hier dazu noch einige Anregungen:

  • Welcher persönliche Bezug (Person/ Gegenstand/Musik u.ä.  ) kommt Ihnen in den Sinn?
  • Was haben Sie an der Skulptur als zentral wahrgenommen oder
  • ist eine Erinnerung aufgezogen?
  • was hat den Blick besonders gefesselt?
  • gibt es ein Detail, das Sie auch noch beschäftigt hat?
  • ist da etwas, was Ihnen eher positiv auffällt an der Skulptur oder an dem Thema?
  • kennen Sie ein Bild mit ähnlicher Wirkung auf Sie?
  • was sehen sie nicht auf dem Photo

 

Schreiben Sie ohne lange Nachzudenken und folgen Ihren Gedanken

Aus den Stichworten, Gedankensplittern, Adjektiven und Begriffen wählen Sie nun

  1. Ihre persönliche Überschrift aus
  2. wer mag, fertigt eine Stichwortsammlung von mindestens 10 Wörtern
  3. schreiben Sie anschließend Ihren Text unter Verwendung der zehn Wörter (und weiteren natürlich)
  4. Wer Lust hat kann nach diesem „Muster“ vorgehen: Einleitend mit dem Wort „Gestern“ beginnen, nach ca. 3-4 Sätzen fortfahren mit „Heute“ (3-4 Sätze schreiben) und den letzten Abschnitt beginnen mit „Morgen“ (mehrere Sätze).

Viel Erfolg beim

 Schreiben

Stellen Sie den Timer, nun auf 15 Minuten. Schreiben Sie. Da die Zeit begrenzt ist, eignen sich Momentaufnahmen, Vignetten, Augenblicke, Blitzlichter, einfach Textformen. Gedankensplitter und Momentaufnahmen sind gute Anfänge fürs Schreiben.

Und: Zu langes Nachdenken behindert das spontane Hinschreiben; folgen Sie den ersten Impulsen, dabei die Perfektion aufgeben, vertrauen Sie und überlassen Sie sich dem eigenen Ausdruck!

Noch ein Tipp: Sich zu wiederholen ist oft ein hilfreiches Mittel, immer wieder in den Schreibfluss zu kommen. Wenn der Schreibfluss stockt, dann schreiben Sie einfach auf eine anderes Blatt, was da gerade geschieht, was „jetzt“ passiert, z.B.: es stockt, kein Gedanke stellt sich ein. Meistens geht es dann wieder weiter..

Ihre

Susanne Kieselstein