IM SPIELRAUSCH

Von Königinnen, Pixelmonstern und Drachentötern

So lautet der Titel der aktuellen Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst Köln. Weiter heißt es:

Die Welt des Spielens ist voll von Sieg und Niederlage, Jagd und Verfolgung oder Rätsel und Eroberung. Avatare, Puppen sowie Spielfiguren agieren als Stellvertreter auf Bildschirmen, Bühnen und Brettern. Diese Figuren bringen ein Set an Fähigkeiten und Eigenschaften mit und erlauben den Spielenden Freiräume und Superkräfte.

Eine der Ausstellungsvitrinen zeigt das von der schwedischen Autorin Astrid Lindgren verfasste und zu Weltruhm gelangte, äußerst erfolgreiche Kinderbuch „Pippi Langstrumpf“ ( im Jahr 1949 auch in Deutschland veröffentlicht). Pippi, das Mädchen mit Superkräften, liebt das Spiel, die Verkleidung und die Grenzüberschreitung. Sie verkörpert ein Mädchenbild, das im Gegensatz steht zu dem in der Spielpuppe „Barbie“ verkörperten Rollenbild (präsentiert in einer weiteren Vitrine). Barbie kam 1959 als Kinderspielzeug auf den deutschen Spielzeugmarkt, sie war bei unzähligen jungen Mädchen sehr beliebt (ist es wahrscheinlich auch noch).  In Pippi Langstrumpf ’s (Phantasie) Welt hat ein Mädchen Kräfte von Pferdestärken (PS), Pippi hebt das eigene Pferd über die Veranda ihres Hauses. In ihrem gesamten Leben gibt es keine Grenzen, genauso wenig wie in der Phantasie. Im Spiel mit Puppen können eigene Rollen erspielt, neue verkörpert und erschaffen werden. Lesend, schreibend und spielend kann man in neue Identitäten eintauchen, das ist so faszinierend, das man sich manchmal kaum wieder daraus lösen möchte…

Lassen Sie sich anregen, nun mit Worten, Buchstaben und Sätzen zu spielen.

Ihren Text >> Im Spielrausch << können Sie anschließend in der Rubrik „Kommentar“  veröffentlichen.  Und auf geht’s, so wird’s gemacht:

Stellen Sie sich einen Timer (Mobiltelefon, Wecker) auf 5 Minuten. Bereit? Nun betrachten Sie die Abbildung / die Vitrinen insgesamt fünf Minuten lang aufmerksam.

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Was kam Ihnen in den Sinn

  • eine persönliche Erinnerung
  • in welchem Raum bewegte sich das Geschehen
  • waren da besondere Emotionen
  • eine ganze Geschichte, ein Erlebnis
  • oder eher nur Gedankenfetzen und Assoziationen?

Doch bevor Sie nun mit dem Schreiben beginnen, schauen Sie sich noch kurz dies an:

Wer Lust hat, spielt in seinem Text auch mit Wiederholungen:

  •  Worte oder ganze Sätze im neuen Absatz wiederholen
  •  den ersten Satz im neuen Absatz mit dem gleichen Wort beginnen, mit dem der Absatz davor endet
  • nach etwa 10 Zeilen den Satz erneut mit dem Wort anfangen (wählen Sie aus):

Im Spielrausch….      oder mit   VIELLEICHT ….     oder   GESTERN  ….           oder  HEUTE

 

Stellen Sie den Timer erneut, nun auf 15 Minuten. Schreiben Sie Ihren Text. Da die Zeit begrenzt ist, eignen sich Momentaufnahmen, Vignetten, Augenblicke, Blitzlichter und knappe Kurzgeschichten.

Gedankenströme und Momentaufnahmen sind besser als lange, epische, romanhafte Ansätze.

Zu langes Nachdenken behindert das spontane Hinschreiben; fangen Sie an, folgen Sie den ersten Impulsen (Perfektion aufgeben), überlassen Sie sich dem eigenen Ausdruck!

Und noch ein Tipp: Sich zu wiederholen ist oft ein hilfreiches Mittel, immer wieder in den Schreibfluss zu kommen. Wenn der Schreibfluss stockt, dann schreiben Sie einfach auf, was da gerade geschieht, was „jetzt“ passiert, z.B.: es stockt, kein Gedanke stellt sich ein. Meistens geht es dann wieder.

Ihre

Susanne Kieselstein