Um alten PET-Flaschen oder Plastiktüten ein „zweites Leben“ zu ermöglichen, können aus ihnen neue Produkte wie Vasen, Handtaschen, Schalen, Flaschen und sogar Schmuck hergestellt werden. Dieser Trend wird „Upcycling“ genannt. Die eigentlichen Wegwerf-Materialien werden hier durch einen Design-Prozess aufgewertet. Gleichzeitig wird durch die Auseinandersetzung mit dem beschränkten Materialien die Kreativität völlig neu angespornt.
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Leitgedanke ist natürlich auch, weniger neue Rohmaterialien produzieren zu müssen. Das schont die Umwelt – in unserer Wegwerfgesellschaft, die immer stärker kritisch reflektiert wird, ist Upcycling sicher nicht nur ein vorübergehender Trend.
Stefanie Gräwe hat diesen Workshop im Rahmen der Sonderausstellung „FULL HOUSE: Design by Stefan Diez“ erstmalig im MAKK angeboten. Sie besitzt durch zahlreiche Upcycling-Kurse in anderen Häusern das Knowhow, wie die unterschiedlichsten Materialien miteinander kombiniert und verbunden werden können. Vor ihrem Design-Studium machte Stefanie Gräwe eine Goldschmiede-Ausbildung – dadurch liegt ihr das Thema Schmuck besonders am Herzen.
Vor dem selbst aktiv werden konnten die KursteilnehmerInnen Ideen in der Sonderausstellung des Museums sammeln. In dieser wird weniger das fertige Produkt präsentiert, sondern vielmehr der Designprozess selbst visualisiert. Die Schwierigkeiten was Ideenfindung, Material und Umsetzung angeht, können die KursteilnehmerInnnen so schon einmal in der Theorie erfahren. Tröstlich, dass auch die „Profis“ nicht immer direkt ein direktes Erfolgserlebnis erzielt haben!

19.03.20171.jpgNach einer kurzen Einführung in das Thema Upcycling sowie in die Technik des Plastikschmelzens, wird in der Werkstatt des Museums nun selbst losgelegt. Bügeleisen, Heißluftföne, Sägen und Scheren liegen als Werkzeuge bereit. Plastikflaschen, Gläser und Plastiktüten dienen den Teilnehmern als Material.
Aus den Flaschen und Gläsern entstehen Kerzenhalter und Vasen. Das Plastik wird hier mit dem Fön  erhitzt und in Form gebracht. Nach dem Erkalten ist es fester und stabiler als zuvor und die ersten eigenen Design-Unikate aus dem einfachen Material werden bewundert.
19.03.20173Aus alten Plastiktüten entstehen kleine Taschen, die als Kosmetikbeutel genutzt werden können. Neben der einzigartigen Optik und dem Charme alles Selbstgemachten sind sie zugleich sehr praktisch: „In jedem Falle wasserdicht, falls mal etwas ausläuft!“- ruft eine Teilnehmerin begeistert.
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Nach der experimentellen Erfahrung mit dem Schmelzen und Bügeln von Plastik gehen die Teilnehmerinnen bereichert aus dem Workshop hinaus. Durch neue Gestaltungsideen, durch das Arbeiten mit den eigenen Händen und die Wertschätzung anderer Materialien, erhielten die Teilnehmerinnen neue, kreative Impulse. Stolz nehmen alle ihre selbstgemachten Produkte mit nach Hause. „Plastik wird mein neuer Freund“ – so verabschiedet sich eine Teilnehmerin von der Kursleiterin Stefanie Gräwe.

Es sind noch Plätze verfügbar für den Kurs am 04. Mai. Information und Anmeldung hier.
Das Gesamtprogramm den Museumsdienstes mit allen öffentlichen Führungen und Kursen finden Sie hier.