Eine Kooperation von Museumsdienst Köln und LeseWelten Köln/ KFA e.V.

Kalif Storch von Wilhelm Hauff – Lesung mit anschließender Führung im MAKK, Sonntag 19.02.2017 – von 15:00 bis 16:15 Uhr für Kinder ab 5 Jahren

img_2843

Am Sonntag konnten die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer einen kleinen  Hauch von Tausendundeiner Nacht im Museum für Angewandte Kunst Köln erleben. Das Kunstmärchen von Wilhelm Hauff erzählt mit Ironie und einem gewissen Augenzwinkern vom Wunsch nach Wandlung und Veränderung. Das Wandlung aber oft auch ein Wagnis bedeutet und mit einem ein Risiko einhergeht, davon berichtet das Märchen auch. In der Geschichte lassen sich Chasid, der Kalif (Herrscher) und der Großwesir (Diener) Mansor durchaus ein wenig übermütig (-mutig), auf ein riskantes Abendteuer ein. Neugierig schnupfen sie von einem Zauberpulver, das sie in Storche verwandeln soll. Dabei ignorieren sie die Warnung des Zauberers, in Tiergestalt nicht zu lachen; denn durch das Lachen vergessen sie das Zauberwort, das die Rückverwandlung ermöglicht. Mit Spannung folgten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Geschichte, die von Heike Zuther, LeseWelten Köln/KFA e.V., vorgelesen wurde.

Als die schließlich die schlaue Eule, eine verzauberte Prinzessin aus Indien, eine Idee hat, wie Chasid und Mansor das vergessene Zauberwort wiederfinden können, ist auch die Zuhörerin erleichtert, dass es eine Lösung gibt. Dem Rat der Eule folgend, belauschen sie das nächtliche Treffen des Magier-Zirkels. Und, wie erhofft, hören sie das ersehnte Zauberwort, ausgeplaudert vom Zauberer selbst: Montabur ist das Lösungswort, es bedeutet: Du wirst verwandelt werden. Und so geschah es.  Am Ende ging alles märchenhaft gut aus.

Anschließend führte Karina Castellini, Museumsdienst Köln, die jungen Zuhörer  unterhaltsam in drei verschiedene Abteilungen des Museums. Hier konnten die jungen Gäste die soeben gehörte Geschichte an Objekten neu beleben. Durch  Fragen ermuntert und zum eigenen Entdecken ermutigt, fanden die Kinder viele Bezüge und teilten diese begeistert und freudig mit.

Jeder hatte etwas beizutragen und kam zu Wort und immer wieder konnte man noch etwas mehr erfahren, wenn Karina Castellini, mit Spannung und mit geheimnisvoller Stimme, weitere Kenntnisse preisgab. Die Führung vermittelte neben zeit-und kunstgeschichtlichen Kenntnissen auch Informationen zu Herstellungstechniken und -verfahren.

Die kindliche Neugier wurde immer wieder neu inspiriert.

Und, am Ende, da  waren die Besucher und Besucherinnen auch verwandelt und vielleicht sogar verzaubert, so zumindest erschien es mir.

Susanne Kieselstein