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Karneolperle vom Kölner Heumarkt – Handelsgut aus dem Osten Köln , 11. Jhdt., Länge: 1,3 cm, Höhe: 0,9 cm, Köln, Römisch-Germanisches Museum (Foto: RBA)

Immer zum KölnTag setzen wir unseren Schreibblog fort. Einmal pro Monat erscheint ein Objekt aus den Kölner Museen, verbunden mit Fragen. Wer möchte, kann sich dazu eine Geschichte ausdenken und als Kommentar einfügen. Heute geht es um die Ausstellung Drunter und Drüber: Der Heumarkt. Schauplatz Kölner Geschichte 3, die am 10. Dezember eröffnet.

Vom römischen Rheinhafen über den mittelalterlichen Handelsplatz bis zum Epizentrum des Karnevals war der Heumarkt vieles – geschäftig, bunt und laut, aber vor allem eines: ein urkölscher Ort der Begegnung.

In unserem Schreibblog begegnen wir diesmal einer Perle. Mal sehen, was Ihnen dazu einfällt.

Stellen Sie sich einen Timer (im Mobiltelefon oder einen Wecker) auf 5 Minuten. Schauen Sie sich das Foto in diesen 5 Minuten genau und aufmerksam an.

  • Welches Detail sticht für Sie hervor?
  • Wie fühlt sich die Oberfläche der Karneolperle wohl an? Wie schwer ist sie?
  • Was mag die Geschichte dieses Fundes sein?
  • Wem könnte die Perle sie gehört haben? War sie wirklich einmal ein Schmuckstück
  • Erinnern Sie sich eventuell an eine ganz persönliche Geschichte, die nun wieder wachgerufen wird?
  • Wann ist Ihnen ein Karneol zum ersten Mal begegnet oder aufgefallen? War es in einem Museum, in einem Schmuckgeschäft?
  • Was könnte die Karneolperle und den Heumarkt verbinden? Was denken Sie dazu? Fällt Ihnen nun noch etwas ganz anderes ein?
  • Könnte es sich bei der Abbildung auch um einen ganz anderen Gegenstand handeln? Wenn ja, um was?

Die fünf Minuten sind um!

So geht’s weiter:

  • Sammeln Sie 10 Wörter, die Ihnen zur Fotografie einfallen
  • Markieren Sie daraus ein markantes Wort und fertigen nun
  • eine 2. Liste mit 10 Wörtern, auch hier wird ein Wort für
  • eine 3. Assoziationskette ausgewählt.

Wer will kann nun 3 Kernwörter für die Geschichte festlegen – oder aus der Wörtersammlung für seinen Text „schöpfen“.

Und nun: SCHREIBEN

Stellen Sie sich nun den Timer erneut, jetzt auf 15 Minuten.

Los geht‘s mit dem Schreiben! Schreiben Sie eine kurze Geschichte.

Nun können Sie auf den assoziativ gefundenen Wortschatz zurückgreifen. Sie müssen die Wörter nicht verwenden, sie geben an Material an die Hand, beflügeln die Phantasie und lassen Momentaufnahmen, Vignetten, Augenblicke und Gedankenströme entstehen. Folgen Sie dem, was sich zeigt ohne durch grübelndes Nachdenken den Gedankenfluss zu behindern. Das Hinschreiben der Gedanken erfolgt leicht und einfach. Perfektion in dieser Phase aufgeben und sich dem eigenen Schreibfluss überlassen!

Tipp: Sich zu wiederholen ist ein geeignetes Mittel, immer wieder in den Schreibfluss zu kommen. Wenn dann plötzlich der Schreibfluss erneut stockt, dann schreib einfach auf, was da gerade geschieht, was passiert, z.B. dass es gerade stockt und dir nichts einfällt. Meistens geht es dann direkt wieder weiter und das Schreiben kommt erneut in Gang.

Wer will lässt die Geschichte mindestens einen Tag ruhen, kann sie dann überprüfen auf Satzbau, Ausdruck/ Wortwahl und an den gewünschten Stellen überarbeiten, etwas herausschneiden und Neues einfügen.

Susanne Kieselstein