Immer zum KölnTag setzen wir unseren Schreibblog fort. Einmal pro Monat erscheint ein Objekt aus den Kölner Museen, verbunden mit Fragen. Wer möchte, kann sich dazu eine Geschichte ausdenken und als Kommentar einfügen. Heute geht es um eine Ausstellung im MAKK: Willy Fleckhaus – Design, Revolte, Regenbogen.

FAZ Magazin
Frankfurter Allgemeine Magazin, Nr. 110, 1982, Fotografie: Pete Dine, Grafik: Willy Fleckhaus (© Foto: Hans Döring)

Nicht ohne Grund nannte man Willy Fleckhaus (1925-1983) den „teuersten Bleistift Deutschlands“. Wie kein Zweiter hat er die visuelle Kultur der jungen Bundesrepublik von den 1960er bis 80er Jahren geprägt. Willy Fleckhaus verschmolz die Ratio der Schweizer Grafik mit der Phantasie des amerikanischen Editorial Design und wurde damit international zum Vorbild für wenigstens eine Generation von Zeitschriften- und Buchgestaltern, Werbeleuten und Fotografen.

Hier kommt die Anleitung:

  1. Stellen Sie einen einen Timer (Mobiltelefon, Wecker) auf fünf Minuten. Bereit?
  2. Schauen Sie die Abbildung fünf Minuten lang genau und aufmerksam an. Was könnte die Geschichte zu diesem Foto sein?
  3. Pling! Die fünf 5 Minuten sind um.
  4. Stellen Sie sich den Timer erneut, nun auf 15 Minuten.
  5. Los geht‘s mit dem Schreiben! Schreiben Sie eine kurze Geschichte. Da die Zeit begrenzt ist, eignen sich Momentaufnahmen, Vignetten, Augenblicke, und wirklich kurze Kurzgeschichten. Gedankenströme sind besser als lange, epische, romanhafte Ansätze.
  6. Langes Nachdenken behindert das spontane Hinschreiben; einfach anfangen, Perfektion aufgeben und sich dem eigenen  Ausdruck überlassen!
  7. Sich zu wiederholen ist oft ein gutes Mittel, immer wieder in den Schreibfluss zu kommen. Wenn dann plötzlich der Schreibfluss erneut stockt, dann schreiben Sie einfach auf, was gerade geschieht, was „jetzt“ passiert, z.B. dass es gerade stockt und Ihnen nichts einfällt. Meistens geht es dann wieder weiter und das Schreiben kommt erneut in Gang.
  8. Plinnng! Fertig.

Es geht hier nicht um Perfektion, sondern um den Spaß am Schreiben, die eigenen Gedanken, das Entdecken von Erinnerungen und die kreative Fiktion. Viel Vergnügen!

Zum Schluss einige konkrete Fragen, die als Schreibanregung dienen und der Phantasie auf die Sprünge helfen mögen:

  • Was spricht Sie an der Fotografie/Abbildung zuerst und direkt an??
  • Was verbinden Sie mit der Fotografie bzw. was löst der abgebildete Hase und das Design (Schriftzug) der Zeitung aus? Gibt es bestimmte Erinnerungen?
  • Was bedeutet speziell der Schriftzug für Sie?
  • Gibt es Gerüche oder eine bestimmte Umgebung, an die Sie denken müssen? Ist es eine schöne Situation? Und welche Bilder sind damit verbunden?
  • Aus welcher Zeit und Umgebung, welchem Umfeld kommt das Bild?
  • Haben Sie Gedanken an andere Kunstwerke oder gibt es mehr persönliche Bezugspunkte?

Finden Sie davon ca. 20 und verwenden Sie sie in Ihrem Text. Bezugspunkte finden sich, wenn Sie zum Beispiel zehn Assoziationen hinter- und untereinander aufschreibsen. Dann wählen Sie daraus ein besonders hervorstechendes, sogenanntes Kernwort und schreiben erneut 10 Assoziationen (jeweils ein Wort) untereinander.

  • Was ist Ihre Beziehung zur Grafik und Design? Wo gestalten Sie Ihre Umgebung, wie Ihren Alltag?
  • Gibt es etwas, das Sie einmal gern professionell gestalten möchten?
  • Welche Bedeutung hat Gestaltung hier und heute für Sie – bedeuten Ihnen schöne Buch-Cover etwas – oder sammeln Sie vielleicht gar Objekte/ Gegenstände, weil Ihnen das Design/ die Gestaltung so gut gefällt?
  • Kaufen Sie sich Dinge/ Gebrauchsgegenstände/ Kleidung aufgrund eines bestimmten Designers/Labels?

In Anlehnung an und mit besten Dank für die Anregungen von Ines Häufler

Susanne Kieselstein