„Das Museum als Lern- und Erlebnisort: Musik und Tanz“ – zu dieser Fortbildung trafen sich zehn 10 Erzieherinnen aus Kölner KiTas im Wallraf-Richartz-Museum. Gemeinsam wollten sie den Einsatz von Musik und Bewegungsspielen in der Kunstvermittlung erproben. Es geht hierbei nicht um das Einstudieren komplizierter Choreografien, sondern um den spielerischen Einsatz von Bewegung und Klang bei der Bildbetrachtung.

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Auguste Renoir: Ein Paar im Grünen, um 1868, Köln, Wallraf Richartz-Museum & Fondation Corboud (Foto: RBA)

Zum Einstieg betrachtete die Gruppe Auguste Renoirs „ Paar im Grünen“ und studiert die Körpersprache der Figuren: Was verrät sie über die Beziehung der beiden und wie lässt sich diese als Bewegung darstellen? Die Teilnehmerinnen erarbeiten verschiedene Bewegungsabläufe rund um das Thema „Begrüßung“. Zu impressionistischen Klängen entstand so ein kleiner Begrüßungstanz.

Um Klänge drehte sich auch die nächste Übung. Mit verschiedenen Orff-Instrumenten vertonten die Erzieherinnen ein Seerosengemälde von Claude Monet. Schnell gab es ein Ergebnis: Nach einigen Proben bildeten die verschiedenen Geräusche ein harmonisches Ganzes und machten so die stimmungsvollen Licht- und Farbstudien hörbar. Auch Skulpturen lassen sich mit Hilfe von Bewegungsspielen erkunden. August Rodins „Das eherne Zeitalter“ wurde genau studiert und mit dem eigenen Körper „erfühlt“.

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Bewegungsübung zu Auguste Rodin: Das eherne Zeitalter, 1876 (Foto: Julia Müller)

Besonders viel Spaß hatten alle Teilnehmerinnen im Rokokosaal. Mit Hilfe eines Fächers wurden einzelne Bewegungen einstudiert und zu einem Kreistanz kombiniert. Solch einfache Accessoires können helfen, sich in ein Gemälde oder eine Epoche hineinzuversetzen. Im Werkraum entstanden schließlich Bewegungsspuren auf dem Papier. Zur „Schlittenfahrt“ von Leopolds Mozart tanzen die Stifte wie Schlittschuhe oder Schlittenkufen über das Zeichenblatt!

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Zeichenübung zu Musik (Foto: Julia Müller)

Das Fazit der Teilnehmerinnen: Musik und Bewegung bieten nicht nur einen emotionalen Zugang zu Gemälden und Skulpturen, sie schärfen auch unseren Blick für Details und Stimmungen der Kunstwerke. Die vorgestellten Methoden bieten so  als Ergänzung oder Alternative zu einer rein sprachlichen Kunstvermittlung nicht nur für Kinder die Möglichkeit einer intensiven Auseinandersetzung mit den Museumsobjekten