40 Grundschulkinder und 13 Seniorinnen und Senioren betraten kurz nach 10 Uhr das Foyer des Rautenstrauch-Joest-Museums. Friedlich bevölkerte die große Gruppe die Sitzbänke und packte nach der langen Anreise aus Bergisch Gladbach erst mal die Pausenbrote aus. Herr Cromme kümmerte sich in der Zwischenzeit um das Organisatorische und koordinierte die Kinder, seine Kollegenschaft und unsere beiden Museumspädagoginnen.

Später kam ich mit den älteren Herrschaften ins Gespräch. „MigrantenKinder bekommen Unterstützung“, kurz MiKibu, so heißt die Initiative des Integrationsrates der Stadt Bergisch Gladbach. Die Seniorengruppe betreut dort 200 Grundschulkinder und hilft sowohl im regulären Unterricht als auch bei den Hausaufgaben. Das Spezialgebiet der Ruheständler ist Deutsch als Zweitsprache! „Die Kinder sind mein Enkelersatz“, erzählt mir Herr Breuer, der bei MiKibu die Einsatzpläne schreibt. Ermöglicht wurde der Besuch durch unseren Förderverein, die Museumspädagogische Gesellschaft e.V.

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Mit dem Stift die Tiere des Museums „einfangen“ (Foto: Karin Rottmann, Museumsdienst Köln)

Aber nun ging es los. Gudrun Grauenson, Ethnologin aus unserem Team für da Rautenstrauch-Joest-Museum, nahm eine der beiden Kindergruppen in ihre Obhut. Heute sollte es im Workshop „Parade der Tiere“ um eine Art „Expedition“ zu den Tieren des Rautenstrauch-Joest-Museums gehen. Zünftig mit Zeichenbrett, Papier und Stiften ausgestattet, betraten die kleinen Forschungsreisenden das Museum. Es gab seltsame Dinge zu entdecken: Auffallend war vor allem ein Elefant … nein, eigentlich war das kein Elefant, sondern ein Mann mit einem Elefantenkopf.

Das ist „Ganesha“, eine Gottheit aus Indien.
„Wie heißt der noch mal?“
„Ga..?
„Ganescha! – sagt das doch alle mal in Chor!“
„Ganesha“.

Ganz komisch war sein Reittier: Er saß auf einer Maus. „Kleine Tiere können ganz stark sein, so dass sie sogar große Gottheiten tragen können“. Das gefiel den Kindern. Kinder können auch stark sein!

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Museumspädagogin Gudrun Grauenson vor dem Zelt der Tuareg (Foto: Karin Rottmann, Museumsdienst Köln)

Bei unserer Reise durch das Rautenstrauch-Joest-Museum besuchten wir als nächstes die Wüste Sahara. Dort gab es „Wüstenschiffe“. Das sind natürlich keine richtigen Schiffe. Es sind Kamele, die, schaukeln wie Schiffe auf den Wellen. dsas macht es sehr schwierig, auf ihnen zu reiten.

Im Schaukelschritt ging es weiter – und da saß schon das nächste Tier auf einer Türe. Das war ein großer Salamander, der in Sumatra als Symbol für Fruchtbarkeit gilt. Frau Grauenson erzählte eine Geschichte über den Salamandergott, aber die wird an dieser Stelle nicht verraten, denn unseren Workshop kann man auch buchen!

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Mit dem Styrenedruckverfahren werden die Zeichnungen auf Papier gebracht (Foto: KArin Rottmann, Museumsdienst Köln)

Als wir in die Werkstatt gingen, waren die Zeichenblätter der Kinder voll mit den Zeichnungen der Tiere, die sie im Museum entdeckt hatten. Die wurden nun gedruckt, später gut eingepackt und als Paket mit in die Schule genommen

„Das haben Sie aber schön gemacht!“ sagte eine ältere Dame aus dem Seniorenteam von MiKibu beim Herausgehen meiner Kollegin Gudrun Grauenson.

Karin Rottmann