Auch diesmal war die Vorfreude der „Bären“ und „Frösche“ der KGS Mainzer Straße deutlich an den neugierigen Gesichtern zu erkennen. Heute sollte ein weiteres Gemäldepaar, das in der Ausstellung „Republik der Kinder“ ab 23. April zu sehen sein wird, Thema eines Workshops sein. Zu diesem Ausstellungsprojekt hatte es schon mehrere Workshops gegeben.

Die Kinder riefen sich zunächst die verschiedenen „Arten von Bildern“ ins Gedächtnis, die sie in der Woche zuvor zusammengetragen hatten. Die heute zu betrachtenden Gemälde waren eine Mischung aus Landschaftsdarstellung, Porträt und Stillleben. Wir begaben uns auf die Spuren von Jan Mijtens Gemälden der Familie Cunaens mit Vater Johannes, Mutter Susanna, dem Sohn Philippus und der Tochter Maria. Jan Mijtens war damals ein berühmter Portraitmaler, den reiche Familien gerne für ihre Portraits beauftragten. „Woran erkennt man denn den Reichtum?“ war eine der Fragen, die auf großes Interesse stieß: „Die Mutter trägt Ohrringe mit Edelsteinen und Perlen und hat eine Perlenkette um. Maria auch! – und am Ärmel hat die Mutter auch dicke Perlen stecken und ganz dünnen, durchsichtigen Stoff als Halstuch  …“.

Wir machten eine kleine Zeitreise ins “Goldene Zeitalter“ der Niederlande, denn aus dieser Zeit stammt unsere Familie Cunaens und erfuhren, dass sich Vater Johannes von Holland aus auf eine damals sehr abenteuerliche Reise um Afrika herum, über den Indischen Ozean nach Batavia auf der Insel Java begeben hatte.

Bildbetrachtung 1
Bildbesprechung (Foto: Museumsdienst Köln)

Er war dort Botschafter der Vereinigten Ostindischen Handelskompanie, hatte Susanna geheiratet und eine Familie gegründet. Nach einigen Jahren reisten die Cunaens wieder zurück. Am Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas legten sie jedoch eine Pause ein. Der Sohn Philippus hält in seiner Hand eine Karte, die an den Stopp in Südafrika erinnert. Das Reisen auf den Segelschiffen war natürlich sehr gefährlich und wir stellten uns vor, welche Gefahren überall auf dem Meer lauerten. In vielen der Gesichter war abzulesen, wie die Erlebnisse der Familie Cunaens vor ihrem geistigen Auge lebendig wurden.

Wundertüte
Die „Bauelemente“ aus der „Wundertüte“ werden bearbeitet und arrangiert. (Foto: Museumsdienst

Im Werkraum wurde in Gruppen gearbeitet. Mit Hilfe vorbereiteter Schablonen entstanden blitzschnell Kompositionen: Vater, Mutter, Kinder, zwei Segelschiffe und ein tropischer Hintergrund mit Palmeninsel. Und dann wurde es spannend: Die Kinder und Frau Sevcik, die die „Republik der Kinder“ kuratiert, suchten die besten Arbeiten der zwei Workshops aus. Dabei wurden Argumente für und wider das eine oder andere Kindergemälde ausgetauscht. Mal sehen, was am Ende in die Ausstellung kommt.

Arbeitsergebnisse
Bildbesprechung (Foto: Museumsdienst Köln)

Karin Rottmann