Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter haben eine zunehmend wichtige Aufgabe im heutigen Schulleben. In Zusammenhang mit unseren Aktivitäten für geflüchtete Menschen kam der Kontakt zu Frau Gennies zustande, die für die Stadt Köln unter anderem die Fortbildungsprogramme der Schulsozialarbeiter koordiniert. Gerne bot ich ihr an, museumspädagogische Konzepte für die Bedürfnisse der Schulsozialarbeit im Museum vorzustellen.

Das war allerdings nicht so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte, denn die Arbeitsbereiche an den verschiedenen Schulformen und -stufen sind sehr vielfältig. Deshalb stellte ich ein Potpourri als Mischung verschiedener Angebotsmodule vor. Wir starteten mit Werkbetrachtungen, die sprachlich sensibilisieren und die im Kontext von Inklusion und Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht sinnvoll sind. Das konnte eine Geräuschkulisse sein, Leichte Sprache oder auch Methoden des Deutschunterrichts im Museum.

Die Kolleginnen und Kollegen merkten sofort, dass die Kunstwerke dank der vorgestellten Methoden intensiv wahrgenommen werden können. Die Kunst fängt an, „lebendig zu werden“, so eine Teilnehmerin. Die eingesetzten Medien, beispielsweise Wörterkarten, ermöglichen im Museum sehr leicht ein strukturiertes Arbeiten. Der Fußboden wird zur Tafel, Wörter können lesbar eingeführt und sortiert, zusammengesetzt oder zu Listen zusammengestellt werden. Das Wort wird mit dem Kunstwerk verknüpft und unterstützt das Lernen von Sprache. Die Arbeit mit Sprache eröffnet aber auch die Wahrnehmung von Kunst.

Im zweiten Teil der Veranstaltung sollte das Museum als Ort ästhetischer Feldforschung vorgestellt werden – ein Thema, dem wir uns schon mehrfach gewidmet haben. Dazu gibt es auch ein Interview und einen Beitrag unserer Kollegin Anke von Heyl.

Die Kolleginnen und Kollegen legten erst einmal Museumsgraffitis. Und hatten dabei sichtlich Spaß. Die Potentiale der Methode für ihre Zielgruppen wurden sofort deutlich. Leider raste uns die Zeit davon und wir hatten nur noch Gelegenheit, eine Übung zum Kreativen Schreiben zu erproben. Zu Eugen Gomringers Gedicht „Avenidas“ sollten die Kolleginnen und Kollegen „auf die Schnelle“ Parallelgedichte zu abstrakten Kunstwerken schreiben. Wir hatten die Methode schon mehrfach erprobt.

Abb 1 Mußeminuten
Mußeminuten im Museum Ludwig (Foto: Museumsdienst Köln)

 

Auch wenn es schnell gehen musste: Die Kolleginnen und Kollegen empfanden die Schreibübung mit anschließender Präsentation als sehr inspirierend. Wir sind gespannt, wie sie das mit ihren Gruppen in den Kölner Museen umsetzen werden.

In den letzten zehn Minuten unseres Workshops diskutierten wir das weitere Vorgehen. Einige möchten mit ihren Sprachintegrationsklassen an Berufsschulen vor allem das Angebot für das „kreatives Schreiben im Museum“ umsetzen. Eine andere Gruppe wollte zu einer inhaltlichen Frage im Museum arbeiten. Wir diskutierten Themen wie „Männer- und Frauenrollen“ in der Kunst und „Identität“. Daraus könnten Arbeitsgruppen entstehen, bei denen weitere Schülerinnen und Schüler als Gäste einbezogen werden.

Die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter wünschte sich eine Fortsetzung der Fortbildung. Also werden wir uns beim nächsten Mal mit theaterpädagogischen Methoden im Museum beschäftigen.

Karin Rottmann