Der Museumsdienst Köln bietet zahlreiche Führungen und Werkstätten für Kindertagesstätten an, die Vorschulkindern eine  spannende und altersgerechte Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur ermöglichen. Handlungsorientierte Vermittlungsmethoden wie Bewegungs- und Rhythmusspiele, Tanz und Rollenspiel ermöglichen es der Zielgruppe der fünf- bis sechsjährigen, das Museum aktiv zu erkunden und fördern dabei gleichzeitig zielgruppenspezifische Kompetenzen. Besonders der Einsatz von Hand- oder Fingerpuppen hat sich bewährt, um einen emotionalen Zugang zu Bildern und Objekten zu ermöglichen. Der Museumsdienst Köln bietet für verschiedene städtische Museen Kinderführungen mit Handpuppen an, zum Beispiel den „Rundflug mit Kasimir“ im Museum Ludwig oder die interaktive Führung „Mit dem Drachen Long auf Schatzsuche“ im Museum Schnütgen.

Long Abb. 1
Long, ein chinesischer Drache (Foto: Karin Rottmann, Museumsdienst Köln)

Die acht Teilnehmer der Fortbildung „Das Museum als Lern- und Erlebnisraum – Rollenspiel und Phantasiereisen“  trafen sich am 19. November im Wallraf-Richartz-Museum, um gemeinsam die neue Vermittlungsmethoden kennenzulernen und auf ihre Verwendbarkeit für ihre Arbeit mit Vorschulkindern zu untersuchen. Erfahrung mit Handpuppenspiel oder Theater hatten die meisten Teilnehmer in ihren Einrichtungen gemacht. Doch wie kann man das im Museums einsetzen?Im Grunde recht einfach. Und Handpuppen schaffen einen emotionalen Rahmen. Was bei der Begegnung mit Gemälden und Skulpturen hilft. Anders als ein Museumsguide tritt die Puppe nie in der Rolle eines „Museumsexperten“ auf, sondern bleibt immer auf Augenhöhe mit den Kindern. Sie wird so zum Vermittler zwischen den Kindern und den oft fremden Objekten im Museum.

Wie das funktionieren kann, erproben die Teilnehmer nun selbst: Mit Hilfe von Fingerpuppen sollen die prächtigen Stillleben der Barockabteilung zum Leben erweckt werden. Schnell ist allen klar: Dies kann nur funktionieren, wenn die Puppen von ihrem „Publikum“ als eigenständiger Charakter wahrgenommen wird. Sie brauchen einen Namen, eine charakteristische Stimme und ein paar unverwechselbare Eigenschaften.

Puppenspiel Abb 2
Handpuppe als Schmetterling (Foto: Julia Müller, Museumsdienst Köln)

Dann gilt es, eine kleine Geschichte zu entwickeln, bei der die Kinder gemeinsam mit der Puppe das Gemälde erkunden. Mit unglaublicher Spielfreude stellen die Erzieherinnen und Erzieher ihre Ideen der Gruppe vor. Eines wird deutlich: Das Gemälde kann nur dann für die Kinder lebendig werden, wenn sie in die gespielte Geschichte mit einbezogen werden. Weitere Tipps: Die gespielte Szene sollte im Hier und Jetzt bleiben und möglichst viele Sinne der Kinder ansprechen. So wird das Kunsterlebnis für die jungen Besucher richtig intensiv.

Puppenspiel Abb 3
Handpuppe als Marienkäfer (Foto: Julia Müller, Museumsdienst Köln)

Ganz ohne Hilfsmittel kann ein Bild durch eine Phantasiereise zum Leben erweckt werden. Die Erzieherinnen und Erzieher schreiben kurze Geschichten zu impressionistischen Landschaften,  die den Zuhörer in Stimmung und Atmosphäre des Bildes versetzten. Vorgelesen wird mit ruhiger Stimme, die Zuhörer sollten die Augen am besten geschlossen halten. Im Anschluss an eine solche „Reise“ kann man das ausgewählte Bild gemeinsam betrachten. Oder es entstehen eigene Bilder und Zeichnungen von Phantasielandschaften.

Am Ende der der Fortbildung sind sich alle einig: Puppen und Phantasiegeschichten können schon bei Vorschülern Begeisterung und Neugier für Erlebnisraum Museum wecken. Das ganze ist auch schon im Einsatz. Der Museumsdienst Köln bietet für verschiedene städtische Museen Kinderführungen mit Handpuppen an, zum Beispiel den „Rundflug mit Kasimir“ im Museum Ludwig oder die interaktive Führung „Mit dem Drachen Long auf Schatzsuche“im Museum Schnütgen. Und wir veranstalten regelmäßig Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher in den Museen der Stadt Köln. Weitere Informationen zu den Angeboten des Museumsdienst Köln für Vorschüler finden Sie hier.

Julia Müller