Beim heutigen Besuch der Sprachintegrationsklasse des Heinrich-Mann-Gymnasiums drehte sich alles um das Gemälde „Esther und Haman vor Ahasveros“. Die Jugendlichen sollten herausfinden, was im Bild geschieht. Spontan meinten einige, es sei ein König im Bild. Das führte zur Frage, woran man das im Bild sehen könne. Das fanden die Schülerinnen und Schüler leicht, denn der „König“ sei in der Mitte und er sei auch größer. Letzteres musste relativiert werden, denn jemand bemerkte, dass der „König“ gerade aufstehen würde. Irgendwie, das war plötzlich die Meinung der Klasse, sei der König schlecht gelaunt und vielleicht sogar wütend, denn er stünde nicht einfach auf, sondern stütze die Faust dabei auf den Tisch. Jemand bemerkte, dass die Frau dem König etwas gesagt hätte, was den König verärgert hätte. Der Ärger richte sich jedoch nicht auf die Frau, denn er lege behutsam die Hand auf ihren Unterarm.  Einer der Jungen der Klasse sagte, das bedeute „Lass mich mal machen!“ Der andere Mann dagegen sei zu Tode erschrocken.

Victors, Jan, Esther und Haman vor Ahasver, Öl & Leinwand, um 1640 (Köln, Wallraf-Richartz-Museum + Fondation Corboud, WRM 1016.  (Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c004894)
Jan Victors: Esther und Haman vor Ahasver, um 1640, Köln, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud (Foto: RBA Köln)

Nach diesen Beobachtungen war es an der Zeit, die Geschichte zum Gemälde von Jan Victors zu erzählen:

Die Jüdin Esther ist mit König Ahasveros verheiratet und lebt in seinem Harem. Haman ist der Wesir am Hof des Königs und sehr mächtig. Er will alle Juden töten lassen. Esther lädt den König und Haman zu einem Festmahl ein. Sie beschuldigt Haman, dass er einen Anschlag auf die Königin und ihr Volk plant. Sie verallgemeinert die Geschichte und der König denkt, dass Haman auch ihn bedroht. Der König verurteilt Haman zum Tode.

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Pantomime zu Jan Victors „Esther und Haman vor Ahasver“ (Foto: Museumsdienst Köln)

In der nächsten Aufgabe sollten die Schülerinnen und Schüler die Handlung der Episode in einer Pantomime nachspielen. Sie sollten überlegen, was eine Minute vor der Szene, dann zwei Sekunden vor der Szene und zwei Sekunden danach und eine Minute danach passiert. Sie sollten die Szenen so aufbereiten, dass sie die einzelnen Episoden „einfrieren“ und „Filmstills“ gemacht werden konnten. In allen Gruppen wurde nun eifrig diskutiert und ausprobiert. Zum Abschluss wurde jeweils ein Satz zum Szenenbild formuliert.

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Pantomime zu Jan Victors „Esther und Haman vor Ahasver“ (Foto: Museumsdienst Köln)

Hier nochmal die Aufgabe:

Was passiert auf dem Bild? Was passiert 1 Minute vor der Szene, 2 Sekunden vor der Szene – 2 Sekunden danach, 1. Minute danach?

Die Szenen werden als Pantomime gestellt und fotografiert. Zu jeder Szene wird ein Satz formuliert.

Karin Rottmann