Die Internationale Klasse des Heinrich-Mann-Gymnasiums traf sich erneut zu einem Workshop im Museum Ludwig. Diesmal stand die Arbeit „Achse“ von Robert Rauschenberg von 1964 im Mittelpunkt. Jede Schülerin bzw. jeder Schüler sollte zunächst das Kunstwerk betrachten und dabei auf einem Blatt die Bewegungsspur der Augen festhalten und durch die Zahlen 1-10 markieren. Im zweiten Schritt schrieben alle auf, was den Blick festgehalten hat, beispielsweise die rote Farbe, das Bild von John F. Kennedy, die Freiheitsstatue, eine Kreisform oder einen Fußabdruck.

Auf diese Weise wurde ein Wortschatz zum Kunstwerk zusammengetragen und Zeit gegeben, das Bild genauer wahrzunehmen. Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wanderten ihre Betrachtungsspur im Bild nach. Dadurch konnten wir sehen, dass sich die Augen wie Tänzer über die Leinwand bewegten. Dies gab Gelegenheit, über die enge Zusammenarbeit von Robert Rauschenberg mit dem Choreographen Merce Cunningham  und die Erweiterung des Kunstbegriffs zu sprechen.

Danach interessierte uns die Frage, welche Bilder der Künstler in seiner Arbeit verarbeitet hat. Wir entdeckten in John F. Kennedy den bekannten Politiker, möglicher Weise gekennzeichnet durch die rote Farbe als Hinweis auf seine Ermordung. Wir entdeckten Bilder im Kontext der Mondlandung, das Paradeprojekt der USA, das Fortschritt symbolisiert … Die Schülerinnen und Schüler sahen, dass Robert Rauschenberg ein Bild seiner Zeit entworfen hat. In der Schule will die Kasse nun auch eine großformatige Collage zu ihrer Zeit gestalten.

Karin Rottmann