Die Anteil der Museumsbesucherinnen und -besucher in der Internationalen Klasse des Heinbrich-Mann-Gymnasiums ist größer geworden. Das liegt nicht am Zuwachs weiterer Schülerinnen und Schüler, sondern an denjenigen, die bereits im Regelunterricht des Heinrich-Mann-Gymnasiums hospitieren und vom Unterricht befreit werden wollten, damit sie mit ihrer „alten“ Klasse ins Museum kommen konnten. Schulleiter Michael Mohr hat dem gerne zugestimmt.

Er berichtete, dass die Schülerinnen und Schüler die Museumsbesuche genießen und in der Schule weiter darüber sprechen. Auch mir viel auf, dass eine Reihe von den „stillen“ Jugendlichen anfangen, sich zu beteiligen. Dominique Tetzlaff, die Deutschlehrerin der Gruppe, berichtete, dass eine Schülerin im Unterricht der Schule zwar sehr fleißig ist, aber nie einen mündlichen Beitrag geliefert hat, im Museum aber mit diskutiert und ein Arbeitsergebnis vorgetragen hat.

Der dritte Besuch galt in der Hauptsache einem Werk von Robert Indiana. Er ist derjenige der Künstler der amerikanischen Pop Art, der sich mit Schrift und Worten beschäftigt hat. Berühmt wurde er mit der Gestaltung des Wortes „Love“. Der erste Auftrag lautete, Puzzlestücke zur großen Schwarz-Weiß-Malerei richtig zusammenzusetzten. Dabei merkten die Schülerinnen und Schüler, dass das Wort zweifach gespiegelt wurde: Liebe als „Spiel“, Liebe kann Gefühle „auf den Kopf stellen“. Mit diesen ersten Eindrücken als Impuls sollte die Klasse in Gruppenarbeit eine Liste von Assoziationen, geordnet nach dem ABC sammeln. Dabei konnten sie auch ihre Herkunftssprachen mit einbeziehen.

Die anschließende, sehr offen von den Schülerinnen und Schülern geführte Diskussion zeigte, dass das scheinbar so „einfach“ gestaltete Bild sehr tiefgründig ist. Liebe ist ein zentraler Begriff im Leben und in der Religion, Liebe hat helle und dunkle Seiten, jeder verbindet mit dem Wort Wünsche … Es entstand eine riesige Liste von Wörtern, die in einer weiteren Aufgabenstellung noch einmal bearbeitet werden sollte. Zu Eugen Gomringers Gedicht „vielleicht“ sollte ein Parallelgedicht geschrieben werden, indem geeignete Nomen aus Wörtern der zusammengetragenen Wortliste zum Bild „Love“ eingetragen werden sollten. Eine ganze Reihe von Schülerinnen und Schülern waren bereit, ihr Gedicht vorzutragen. Im Deutschunterricht wird nun weiter an den Gedichten gearbeitet.

Karin Rottmann