Wir berichteten bereits einige Male über unsere Arbeitsgemeinschaft zum Thema „Leichte Sprache„. Interessierte Lehrerinnen treffen sich dabei mit uns zu einer Vorbereitungssitzung und diskutieren Ideen für einen Museumsbesuch. Unsere letzte AG-Sitzung fand zum Thema „rund und eckig“ statt. Ein Gemälde des Kölner progressiven Künstlers Seiwert stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Kolleginnen aus der Pestalozzischule bereiteten die Museumsbesuch ihrer Museums-AG vor. Durch eine Mail erfuhr ich, wie die Schulstunde zur Vorbereitung des Museumsworkshops gelaufen war:

„Wir hatten heute unsere Vorbereitungsstunde mit den Museumsschülern zum Thema „Stadt und Land“ von Seiwert, und es kamen tolle Ergebnisse raus. Die Schüler konnten fast alle Formen zeigen und benennen. Als Farben hatten wir uns gedeckte und erdige Töne ausgesucht. Mit den Papierschablonen (Kreis, Dreieck, Quadrat, Sichel …) haben die Schüler experimentiert und es kamen erste „Figuren“ und Bilder zustande. Frau Wischmeyer hatte schon eine Bildbeschreibung in einfacher Sprache  geschrieben und diese haben wir als „Arbeitsauftrag“ vorgelesen. Zum Maler und dem Gemälde haben wir keine weiteren Infos gegeben … Jetzt freuen wir uns auf einen gemeinsamen Museumsvormittag am 26.11.2014″.

Seiwert, Franz Wilhelm, Stadt und Land, Öl & Sperrholz, 1932 (Köln, Museum Ludwig, ML 76/2996.  (Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c000507)
Franz Wilhelm Seiwert: Stadt und Land, Museum Ludwig, Köln (Foto: RBA Köln)

Hier der Text zu Franz-Wilhelm Seiwerts Werk „Stadt und Lande“ in „Einfacher Sprache“:

In dem Bild sieht man Vierecke und Kreise.
Sie haben verschiedene Farben.
Mit den Vierecken und Kreisen hat der Maler ein ganzes Bild gemalt:
Da ist ein Mann mit einem Hammer.
Er kommt aus der Stadt und ist ein Arbeiter.
Vor der Stadt sieht man ein Tor.
Durch das Tor kann man in die Stadt reingehen.
Dann sieht man über dem Tor ein Haus mit einem Kreis.
Vielleicht ist das ein Fenster.
Darüber sind drei Türme.
Die nennt man Schornsteine.
Vielleicht gehören das Haus und die Türme zu einer Fabrik.
Vielleicht arbeitet der Mann in der Fabrik.
Die Stadt mit der Fabrik sieht dunkel aus.
Es ist noch ein anderer Mann da.
Der Mann ist ein Bauer.
Er lebt auf dem Land – nicht in der Stadt.
Er hält ein rundes Messer in der Hand.
Das Messer nennt man Sichel.
Mit der Sichel schneidet der Mann langes Gras ab.
Der Mann arbeitet auf den Feldern.
Sie sind mit gelben, grünen und braunen Vierecken gemalt.
Morgens geht die Sonne auf im blauen Himmel.
Der Bauer beginnt seine Arbeit.
Der Bauer auf dem Land und der Arbeiter in der Stadt gehören zusammen.
Sie reichen sich die Hand.
Sie arbeiten gemeinsam für die Menschen.

Soweit der Text, der von Frau Wischmeyer formuliert wurde.

Im Museum arbeiteten wir dann nach Plan. Zunächst wurde berichtet, was in der Schule vorbereitet worden war. Der Text wurde noch mal als Erinnerungshilfe vorgelesen. Die Schülerinnen und Schüler untersuchten die Gemälde des Raumes in Bezug zu den Formen und legten sie vor den Bilder ab. Wir entdeckten Seiwerts Gemälde und beschäftigten uns mit den Formen und dem Inhalt. In der Werkstatt entstanden in Einzel- und Partnerarbeit Collagen als Nachbereitung.

Karin Rottmann