Praktikantin zu sein hat auch so seine Vorteile, denn vergangene Woche durfte ich die Kunstmesse Cologne Fine Art besuchen, auf der auch in diesem Jahr wieder die „ArtTours“ angeboten wurden. Seit 2012 bietet der Museumsdienst Köln Messebesuchern die Möglichkeit, sich von Kunstexperten über die Cologne Fine Art führen zu lassen. Dieses Angebot gibt es übrigens auch zur ArtCologne. Die Führungen werden von Kunsthistorikern exklusiv ausgearbeitet und sind individuell auf die jeweilige Messe zugeschnitten. Das Tolle ist, dass sie zu einem direkten Kontakt und Austausch mit den Galeristen und wenn möglich auch mit den Künstlern verhelfen.

Neben den öffentlichen Führungen bietet der Museumsdienst Gruppenführungen über die Messe an und zwar nicht nur für Erwachsene. Denn im Angebot gibt es auch spezielle Kinderführungen, die ich besonders schön fand.Da ich mir zuerst nicht vorstellen konnte, wie eine Kinderführung auf einer so vornehmen Kunstmesse aussehen sollte, lud mich Cristine Schell – kreativer Kopf der Kinderführungen – ein, sie doch einfach mal zu begleiten. Sie erklärte mir, dass sich Plastiken, Skulpturen und Gebrauchsgenstände aus vergangener Zeit besonders gut für die kleinen Kunstforscher eignen. Denn alles, wozu sich kleine Geschichten erzählen lassen, ist für Kinder nicht nur interessant, sondern auch besonders einprägsam.

Nach einer kurzen Kennenlernrunde ging die Führung mit den fünf Kindern dann schon los. Ich war überrascht, denn schon bei der ersten Galerie setzte sich Cristine mit den Kindern ganz entspannt auf den Boden. Direkt vor eines der Kunstwerke, über das sie mit ihnen sprechen wollte. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass die Galeristen dabei mitspielen würden, aber im Gegenteil, sie freuten sich sogar über die jungen Besucher.

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Im Gespräch mit den Kunstexperten (Foto: Museumsdienst Köln)

Damit die Kinder ihr neues Wissen nicht ein paar Stunden später wieder vergessen, hatte sich Cristine etwas ganz besonderes ausgedacht. Für jedes Kind gab es ein weißes, unbedrucktes Puzzle und Wachsmalstifte mit denen sie dort all das aufmalen konnten, was sie während der Führung lernten. So entstanden von Station zu Station wunderschöne bunte Puzzle. Ich habe mich zuerst gefragt warum es denn ausgerechnet Puzzle gab und nicht einfach Papier. Die Antwort darauf war einleuchtend: Wenn die Kinder zu Hause ihr Puzzle –  das sie übrigens in Einzelteilen mitbekommen – wieder zusammensetzen wollen, werden sie Stück für Stück an ihre Erlebnisse auf der Messe erinnert. So hat das neue Wissen die Chance, sich auch nachhaltig im Gedächtnis zu verankern. Spitzen Idee, wie ich finde!

Und das Schöne, man kann diese Idee auch wunderbar zu Hause mit den eigenen Kindern nachmachen. Die kleinen Künstler waren auf jeden Fall von Cristine und ihren Erlebnissen auf der Messe begeistert und bis zum Ende mit Elan dabei. Ich muss zugeben, mir hätte das Ganze auch Spaß gemacht…

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Inspirationen auf der Kunstmesse (Foto: Museumsdienst Köln)

Christina Heibach