„Guuuten Moooorgen Evaaa“, mit diesem Chorgesang beginnt der vergangene Freitagmorgen im Museum Schnütgen, als 16 Erstklässler die Projektleiterin Eva Schwering begrüßen, die sie an diesem Tag durch das Kinderprogramm „Auf der Suche nach einem Geschenk“ führt. Das Projekt findet begleitend zur aktuellen Sonderausstellung „Die Heiligen Drei Könige. Mythos, Kunst und Kult“ (noch bis 25.01.14) im Museum Schnütgen statt.

Dieses schöne Projekt, bei dem sich Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren mit der Thematik des Schenkens auseinandersetzen, wird von der RheinEnergie Stiftung Kultur gefördert. Ins Leben gerufen haben es das Museum Schnütgen und dessen Freundeskreis in Zusammenarbeit mit dem Museumsdienst Köln. Für die teilnehmenden Grundschulklassen wird der Ausstellungsbereich exklusiv geöffnet. Anschließend gestalten die Teilnehmer unter Anleitung einer der sechs Museumspädagoginnen in der Werkstatt des Museums ein Geschenk von ideellem Wert. Gestartet hat das Projekt am 28.10.14, noch bis zum 19.12.14 nehmen Schulklassen daran teil.

Die Kinder verbringen etwa eine Stunde in den Ausstellungsräumen und haben dabei viel Gelegenheit zum Zuhören, Staunen, Fragen stellen, Entdecken, Erzählen und sogar zum Zeichnen. Beim Besuch der Ausstellung geht es vor allem darum, die Objekte mit allen Sinnen zu erleben. Die Kinder befühlen zum Beispiel mitgebrachte Elfenbein- oder bunte Glasstücke. Auch die berühmten Geschenke der drei Könige bestaunen sie. Dazu schnuppern sie an Weihrauch und Myrrhe, was für die meisten ein ganz besonderes (Geruchs)Erlebnis ist. Nach der Besichtigung verarbeiten die Kinder dann in der Werkstatt ihre Ideen und begeben sich selber „auf die Suche nach einem Geschenk“.

Auf der Suche nach einem Geschenk
Geschenkkarten aus dem Workshop im Museum Schnütgen (Foto: Museumsdienst Köln)

Mit Worten oder Symbolen (Herzen, Kleeblätter etc.) treiben die Kinder goldene Metallfolien oder bemalen Transparentpapiere im Stil der Glasmalerei. Dadurch wollen sie Wünsche für Ihre Liebsten kunstvoll zum Ausdruck bringen. So zum Beispiel: Glück, Liebe und Zeit für einander. Inspiration hierzu holen sie sich bereits in den Ausstellungsräumen, da sowohl eine Glasmalerei als auch eine vergoldete, getriebene Zierplatte besichtigt wird. Die fertigen Kunstwerke werden dann auf Karten geklebt und an Mama, Papa, oder die Geschwister adressiert. Um das Erlebnis des Schenkens perfekt zu machen, bleiben die gebastelten Karten noch bis Dezember im Museum und können sogar in der Ständigen Sammlung besichtigt werden.

Kurz vor Weihnachten verschicken die Mitarbeiter des Museumsdienstes die Karten als Überraschung an die Adressaten, die sich dann über ein selbstgemachtes Geschenk in ihrem Briefkasten freuen können. Wer Interesse hat, mit seinen Kindern am Projekt „Auf der Suche nach einem Geschenk“ teilzunehmen, kann dies ab dem 15.11. – 21.12.2014 immer samstags und sonntags tun.

Christina Heibach