Das neue Treffen der AG Leichte Sprache fand im Museum Ludwig statt. Das Thema „Formen in der Kunst“ führte uns in den großen Ausstellungssaal mit Werken von Franz-Wilhelm Seiwert, Piet Mondrian und Paul Klee. Schnell entstand die Idee, im vorbereitenden Unterricht anhand von verschiedenen didaktischen Materialien Grundformen und ihre diversen Sonderformen vorzustellen und binnendifferenzierte Aufträge zur Erarbeitung und zum Einüben zu entwickeln.

Seiwert, Franz Wilhelm, Stadt und Land, Öl & Sperrholz, 1932 (Köln, Museum Ludwig, ML 76/2996.  (Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c000507)
Franz Wilhelm Seiwert: Stadt und Land, Museum Ludwig, Köln (Foto: RBA Köln)

Die so bearbeiteten Formen sollen beim Museumsbesuch als Impuls dienen, die Kunstwerke des Saales genau zu betrachten und sie als Bildelemente wieder zu entdecken. Vor Seiwerts Gemälde „Stadt und Land“ werden dann die Formen und ihre inhaltlichen Zuordnungen erarbeitet, wobei beispielsweise die Wortkarte „Auge“ gelesen und im Bild als Kreisform entdeckt wird. Auf diese Weise erleben die Schülerinnen und Schüler die Verknüpfung von Form und Inhalt im Kunstwerk.

Nachdem das Gemälde über den Wortschatz erarbeitet und kennengelernt wurde, soll der Versuch unternommen werden, dessen Bedeutung zu erschließen und die Frage gestellt werden „Was man über die beiden Männer im Bild herausfinden kann?“ Seiwert hat seine Figuren über ihre Handwerkzeuge, den Hintergrund und über die einfachen Grundformen und  Farben charakterisiert. Sie erscheinen als einfach aufgebaut, durch die getrübten Farben erdverbunden und über ihre Arbeit definiert. Das Motiv des „Handgebens“ kann dann als Freundschaft gedeutet werden. Inwieweit die politisch-ideologischen Ebenen des Bildes erörtert werden können, muss sich in der Lernsituation ergeben.

Als praktische Arbeit wurde eine Gruppenarbeit angedacht. Aus einfachen Grundformen sollen die Arbeitsgruppen Menschen als Tonpapiercollage gestalten, deren Hände sich mit den anderen Figuren verbinden lassen. Wir sind schon gespannt, wie die so vorbereiteten Klassen auf das Thema reagieren werden. Eine AG-Teilnehmerin berichtete jedenfalls, dass ihre Museum-AG-Schülerinnen und Schüler gespannt auf den nächsten Museumsbesuch warten.

Karin Rottmann