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Max Liebermann: Die Rasenbleiche, 1882, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln (Foto: RBA Köln)

Die Lehrerarbeitsgemeinschaft „Leichte Sprache“ hat Ideen und Materialien zu Max Liebermanns „Rasenbleiche“ zusammengetragen. Nun besuchten einige Schülerinnen und Schüler der beteiligten Förderschulen erneut, vor den Sommerferien, das Wallraf-Richartz-Museum, um unsere Vorarbeiten zu testen. In der Fortbildung diskutierten wir, dass es sinnvoll sei, über die Fragestellung „Wie wird Wäsche gewaschen?“ in das Thema einzusteigen. Gustave Caillebottes „Trocknende Wäsche am Ufer der Seine“ war unsere erste Anlaufstation.

Caillebotte, Gustave, Linge séchant au bort de la Seine, Petit Gennevilliers, Öl & Leinwand, 1892 / 1888 (Köln, Wallraf-Richartz-Museum + Fondation Corboud, Dep. 0447.  (Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c004549)
Gustave Caillebotte: Trocknende Wäsche an de Seine, 1892 / 1888, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln (Foto: RBA Köln)

Hier fachsimpelten wir über Weiß- und Buntwäsche, und alle Schülerinnen und Schüler konnten ihre Kompetenzen zum Besten geben. Es war sehr schön, dass auch über andere Länder gesprochen werden konnte, so berichtete ein Mädchen mit indischem Migrationshintergrund, dass dort die Wäsche im Fluss gewaschen wird. Auf diese Weise eingeführt, konnten wir uns Liebermanns „Rasenbleiche“ unter kulturgeschichtlichen Fragestellungen anschauen.

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Arbeit mit dem „Fühlkasten“ (Foto: Karin Rottmann, Museumsdienst Köln)

Die Lehrerinnen der Pestalozzischule hatten einen „Fühlkasten“ vorbereitet, und so wurde die Bildbetrachtung zu einem Fühl- und Seherlebnis. Baumrinde, ein frisches Grasbündel, Hühnerfedern, ein Apfel, ein feuchtes Wäschestück und ein kleiner Blumentopf aus Ton mussten jeweils identifiziert und als Abbildung im Gemälde gefunden werden. So wurden viele Details des Bildes und die stoffliche Darstellung der Gegenstände besonders intensiv wahrgenommen.

In der Werkstatt  wurde das Gemälde in einer gemeinsamen Arbeit nachempfunden. Es entstand eine Collage mit aus Stoffen ausgeschnittenen „Wäschestücken“, die entweder wie in der Vergangenheit auf die Wiese „geklebt“ oder im heutigen Sinne traditionell an die Wäscheleine gehängt werden konnten.

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Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem „Fühlkasten“ (Foto: Karin Rottmann, Museumsdienst Köln)

Karin Rottmann