Manchmal entschließen sich Lehrerkollegien, mit uns eine Fortbildung im Museum zu machen. Gerne stellen wir dann Übungen vor, die ungewöhnlich sind. Das Kollegium der Pestalozzischule in Schwelm wollte sich mit neuen museumspädagogischen Methoden im Museum Ludwig beschäftigen.  Das Bilddiktat zu „Scharfrundes Rosa“ von Wassily Kandinsky kann als Beispiel für dieses Vorgehen dienen.

Kandinsky Scharfruhiges Rosa
Wassily Kandinsky: Scharfruhiges Rosa, 1924, Köln, Museum Ludwig (RBA Köln, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014)

Zunächst sollten Nomen zum Bild gefunden werden. Wir entdeckten, dass viele der Formen des Gemäldes an Gegenstände erinnern. Diese einzelnen Worte wurden auf Karteikarten geschrieben. Die Worte wurden genannt und auf dem Bild gezeigt. Auf diese Weise konnten wir uns über viele Einzelheiten der Komposition verständigen.

Bilddiktat
Bilddiktat u Kandinsky (Foto: Karin Rottmann, Museumsdienst Köln)

Im nächsten Schritt sollte zu jedem Wort ein Satz zum Kunstwerk formuliert werden, so dass eine poetische Beschreibung des Werkes entstand. Ergänzt wurde der Satz mit Farbproben, die zum Bilddetail passten. Auf diese Weise entsteht ein Text, der Grundlage für eine praktische Aufgabe ist. Zunächst entstehen Zeichnungen zum Text, die entsprechend der Farbproben koloriert werden können.

Karin Rottmann