Anfang der Woche. Lorena Markewitsch, Praktikantin im Museum für Angewandte Kunst und die Museumspädagoginnen Romana Breuer und Karin Rottmann trafen sich, um Objekte für das neu zu konzipierende Programm für den italienischen und spanischen Herkunftsprachenunterricht zusammenzustellen. Seit einigen Jahren engagiert sich der Museumsdienst Köln fürHerkunftsprachenprogramme in der Museumspädagogik, und auch im kommenden Jahr führen wir die erfolgreiche Kooperation mit dem Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration fort.

Wieder sollen Museumsobjekte vorgestellt werden, die aus den Herkunftskulturen der Zielgruppe stammen. Diese werden thematisch gefasst und dann methodisch interessant für die Projektarbeit des Italienisch- und Spanischunterrichts aufbereitet.Das sind einige unserer Planungsideen.

Isotta von Rimini, Metall, 1446 (Köln, Museum für Angewandte Kunst Köln, H 741.  (Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_mf101286)
Matteo di Andrea de‘ Pasti: Medaille der Isotta von Rimini, 1446, Museum für Angewandte Kunst Köln (Foto: RBA Köln)

Die schöne Isotta degli Atti von Rimini sollte auf einer Medaille geehrt werden, weil ihr Ehemann, Fürst Sigismondo Malatesta, sie so verehrte. Im Schulprogramm werden sich die Schülerinnen und Schüler vorstellen, wie der Herrscher von Rimini den Künstler Matteo di Andrea de‘ Pasti beauftragt, das Portrait seiner Geliebten und späteren Frau auszuführen. Mit dem Thema „Im Reich der Fürsten“ werden wir uns auch die Hochzeit des Fürstenpaares vorstellen. Um dies anschaulich zu machen, werden die Jungen und Mädchen eines der kostbarsten Objekte des Museums genau untersuchen.

Pokal mit Darstellung eines Hochzeitszuges, vergoldet, Email & Glas (dunkelgrün), Venedig, 1476/1500 (Köln, Museum für Angewandte Kunst Köln, F 1.  (Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c004156)
Pokal mit Darstellung eines Hochzeitszuges, Venedig, 1476/1500, Köln, Museum für Angewandte Kunst Köln (Foto: RBA Köln)

Das ausgesprochen seltene farbige Glas mit Emailmalerei zeigt einen festlichen Brautzug aus dem 15.Jahrhundert und gibt Einblick in das luxuriöse Leben des höfischen Lebens. Die am Projekt beteiligten Schulklassen werden selbst in die kostbaren Gewänder unserer historischen Kostüme schlüpfen und sich alsTeilnehmerinnen und Teilnehmer der Hochzeitsgesellschaft fotografieren.

Königliche Porzellanmanufaktur Meißen, Harlekin, Porzellan, Meißen, 1924/1925 (Köln, Museum für Angewandte Kunst Köln, E 4613.  (Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c017222)
Meißen, Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (Entwurf: Paul Scheurich): Harlekin, 1924/1925, Museum für Angewandte Kunst Köln (Foto: RBA Köln)

Nun wollen wir aber nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall soll das neue Sprachprogramm lustig und spannend werden, wenn zum Beispiel die „Questura“ in Venedig in einem Spionagefall ermittelt, ein Heiliger mit ganz wenigen Soldaten das Abendland rettet oder Theaterstücke im Stil der Commedia dell’arte zu einem bunten Harlekinimprovisiert werden.

Karin Rottmann