Die Maori nennen den Pazifischen Ozean „Moana“ (großes Blau). In der Ausstellung „Made in Oceania„, bis 27.4.2014 im Rautenstrauch-Joest-Museum zu sehen, begrüßt den Besucher eine großformatige Arbeit von Andreas Gurski, die die gewaltige Wasserfläche zwischen Papua-Neu Guinea und Südamerika aus dem Weltraum zeigt. Darüber verteilt sind die verschiedenen Inselgruppen der Südsee.

„Das ist wirklich ein großes Blau!“, meinten die Kinder aus dem Ferienkurs der Caritas-Integrationsagentur, die uns gestern im Museum besuchten. „Wie mögen wohl die Menschen dort auf den Inseln wohnen, und wie kommen sie von einer Insel auf die andere?“ fragten gleich mehrere der zehn Jungen und Mädchen von 5 bis 12 Jahren. Die Kleinste aus der Gruppe hatte die geniale Idee, dass einer vorschwimmt und die anderen folgen. Wir kamen dazu, dass Boote in diesem Zusammenhang eine bessere Lösung wären.

Aber auch die Bootsfahrt kann schwierig sein, wenn man nicht weiß, wo die nächste Insel ist. Das „Global Positioning System“,  kurzgenannt GPS, gab es früher noch nicht. Wie haben die Maori das früher gemacht? „Auf jedenfall waren das ganz mutige Leute, denn einfach so „ins Blaue“ über diesen großen Ozean zu fahren, das kann sehr gefährlich sein, schon alleine wegen der Haifische!“ meinten die Kinder einstimmig. Es gab eine Reihe weiterer kluger Vorschläge: Feuer seien gut, damit könnte man auf der Nachbarinsel sehen, wo die Insel sei. „Aber was macht man, wenn das Feuer ausgeht?“ „Leuchttürme sind besser“, war dann allgemeine Meinung. „Aber die Inseln sind sehr weit voneinander entfernt, was macht man, wenn das Licht nicht so weit reicht?“. Es war dann eine Erleichterung, als die Idee aufkam, dass die Sterne im Himmel den Weg weisen könnten.

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Moana – das große Blau. Ferienkurs mit der Integrationsagentur des Caritasverbandes Köln (Foto: Museumsdienst Köln)

„Und die Inselbewohner der Südsee waren so klug, das vor langer Zeit schon herausgefunden zu haben“. Sie konnten die Sterne deuten und mit diesem Wissen ihre Boote navigieren, das heißt, sie konnten sie sicher über das Meer zu ihren Inseln führen.

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Moana – das große Blau. Ferienkurs mit der Integrationsagentur des Caritasverbandes Köln (Foto: Museumsdienst Köln)

In der Ausstellung haben wir darüber Hinweise auf einer Darstellung auf Tapa-Gewebe gefunden. Darauf sieht man die Katamaranboote, die zwei Schiffsrümpfe und ein Verbindungsdeck haben, fantasievoll wie Schmetterlinge ausgestaltet und die Sterne. Wir stellten uns den nächtlichen Sternenhimmel vor, ohne Wolken und ohne Schmutz in der Luft. „Anders als bei uns funkelt er in der Südsee mit Tausenden von Sternen“. Diese Idee verlangte nach Umsetzung: In Windeseile entstand ein toller nächtlicher Sternenhimmel mit vielen bunten Sternchen wie aus bunten Edelsteinen.

Karin Rottmann