„Letzte Woche kam ich ins Museum und traf dort eine lebhaft gestikulierende Gruppe von Mädchen an. Das ist vielleicht gar nicht so ungewöhnlich, aber die Sprache war es. Die sprachen arabisch!“ Was Museumsdirektor Dr. Mario Kramp so überraschte, war ein Projekt im Rahmen der Schulpartnerschaft der Ursulinenschule des Erzbistums Köln mit dem Schmidt’s-Girl-College aus Jerusalem. Diese existiert schon seit 2007 und seit dem letzten Jahr findet nun auch jedes Mal ein Projekt mit dem Museumsdienst in einem der städtischen Museen statt.

In diesem Jahr war es das Kölnische Stadtmuseum. Die Schülerinnen haben sich hier durch das große „Stadtbanner“ anregen lassen, das dort im Erdgeschoss ausgestellt ist. Es entstand die Idee, Fahnen für ihren Schüleraustausch zu gestalten. Heute wurden die beiden Fahnen in einer offiziellen Pressekonferenz im Kölnischen Stadtmuseum vorgestellt.

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„Auf die Fahnen schreiben“. Ursula trifft Jerusalem (Foto: Museumsdienst Köln)

„Jedenfalls war ich neugierig geworden und nahm mir die Zeit, Mäuschen zu spielen und fand heraus, dass sich die Mädchen gegenseitig deutsche und arabische Wörter beibrachten.“ Dr. Kramp verfolgte eine Zeit lang den Workshop, in dem Omar El-Saeidi mit den Mädchen Sprachübungen in verschiedene choreographische Übungen übergehen ließ. Bewegungen unterstrichen die gesprochenen Worte, das Ganze war eine lebendige Inszenierung des gegenseitigen sich Annäherns über Sprache.

Ein weiterer Aspekt waren symbolträchtige Bilder, die ausgewählt werden sollten. Da gab es die Friedenstaube, das Peace-Zeichen, den Kölner Dom und den Felsendom, Kronen, die sich wohl auf die Heiligen Drei Könige beziehen, die Tränen der Heiligen Ursula, Palmen, Tannenbäume und Herzen. In einem zweiten Teil des Museumsbesuches konnten die insgesamt 36 Schülerinnen dann ihre bisher gemachten Erfahrungen in die Betrachtung des historischen Stadtbanners einbringen. Der Direktor staunte nicht schlecht, als er bemerkte, wie leicht sich alle in die Symbolsprache einfinden konnten und was sie auf diese Weise an Vermittlung der Kölner Geschichte spielerisch mitnehmen konnten.

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„Auf die Fahnen schreiben“. Ursula trifft Jerusalem (Foto: Museumsdienst Köln)

In der Schule übernahm dann die Kölner Künstlerin und Museumspädagogin Cristine Schell die Regie und setzte eine sehr schöne Textiltechnik für die Dekoration der beiden Fahnenstoffe ein. Die Methode wird sicherlich nach künftigen Mitarbeiter- und Lehrerfortbildungen in den Schülerwerkstattprogrammen aufgenommen.

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„Auf die Fahnen schreiben“. Ursula trifft Jerusalem (Foto: Museumsdienst Köln)

Zum Schluss wurden die ausgeschnittenen und aufgebügelten Symbole noch fachkundig von den deutschen und palästinensischen Schülerinnen beschriftet.

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„Auf die Fahnen schreiben“. Ursula trifft Jerusalem (Foto: Museumsdienst Köln)

In der heutigen Presseveranstaltung wurden die beiden Fahnen feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab heute werden sie ihren Dienst in den beiden Schulen aufnehmen. Das Projekt steckte auch die anwesenden Journalisten an und sie suchten den Dialog mit den Mädchen. Wieder einmal hat sich gezeigt, wie gewinnbringend unsere Schülertrainee-Programme sind.

Anke von Heyl

„Auf die Fahnen schreiben“ gehört zu unserem Jahresthema „Museum textil“. Die Projekte und Ideen fließen in eine Tagung ein, die wir zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb organisieren: fashion@society.Mode trifft Museum. Es handelt sich um eines der Projekte „Schülertrainees“. „Schülertrainees“ wird gefördert von der PWC Stiftung Jugend – Bildung – Kultur.