Kim_SPiel_1
Eigenschaftskarten für das Kim-Spiel (Foto: Museumsdienst Köln)

Eine interessante Methode, sich im Museum mit Kunstwerken zu beschäftigen, ist das Kim-Spiel. Die Idee zu dieser Übung in der Vermittlungsarbeit an Museen geht auf die Figur des Kim in Rudyard Kipplings gleichnamigen Roman von 1901 zurück. Kim ist ein Waisenkind, das zur Zeit der britischen Herrschaft in Indien aufwächst und dazu ausgebildet wird, sich viele Dinge zu merken. Unter dem Begriff Kim-Spiel versteht man ein „Gedächtnistraining“ mit Übungen, das die Merkfähigkeit schult. Auch im Museum kann man das Spiel vielfach einsetzen, um Wahrnehmung und Merkfähigkeit anzuleiten.

Fränzi
Ernst Ludwig Kirchner: Porträt der Fränzi Fehrmann, 1910 (Foto: WIkimedia Commons)

Die Lerngruppe wird gebeten, sich 30 Sekunden konzentriert ein Kunstwerk anzuschauen. Mit dem Rücken zum Gemälde werden dann beispielsweise die drei ersten Beobachtungen notiert. Die Übung unterstützt nicht nur Konzentration und Beobachtungsgabe, sondern kann als Methodenwechsel eingesetzt werden und Museumsbesuche spannend machen.
In unserem am Samstag startenden Madonnenprojekt wird eine Gruppe junger Frauen auf diese Weise Pechsteins Gemälde „Das grüne Sofa“ betrachten.

Pechstein Fränzi
Max Pechstein: Das grüne Sofa, 1910, Köln, Museum Ludwig (Foto: RBA Köln)

Wir sind gespannt, welchen Eindruck das junge Malermodell „Fränzi“ Fehrmann auf die Teilnehmerinnen machen wird und was spontan an der Charakterisierung des Mädchens über expressionistische Malerei in Erinnerung bleiben wird. Das Verhältnis der Brückemaler zu ihren jungen Modellen wird Thema des Workshops sein.

Anke von Heyl